Teil der Serie:
Die 6 Zutaten großartiger Freundschaften (Teil 2 von 7)

Kinder fragen nicht: „Bist Du in der Not für mich da?“

Sondern: „Willst Du mit mir spielen?“

Oder: „Ich geh auf den Bolzplatz. Kommst Du mit?“

Sie wollen etwas erleben! Sie bauen eine Sandburg, fangen Kröten, machen Witze über Lehrer, rauchen heimlich, nehmen Gitarrenunterricht, klettern auf Bäume, streiten sich, vertragen sich, bauen eine Rutschbahn, machen Klingelstreiche, spielen Fußball, ditschen sich beim Baden, fahren auf Schachtuniere, bereiten sich auf Klausuren vor, stänkern Mitschüler, oder werden selbst von Mitschülern gestänkert.

Es passiert etwas! Es ist aufregend. Es ist aben­teuerlich.

Das ist auch heute so: Freundschaft lebt vom Erleben. Große Freundschaften brauchen große Abenteuer.

2 Kinder rennen auf einer Mauer
Es ist aufregend. Es ist abenteuerlich. Foto: Gabi Repaska @unsplash

Das muss nicht die gemeinsame Wanderung im Himalaya sein, oder der steile Flug mit dem Wingsuit durch schmale Felslücken. Obwohl: Das sind ganz gute Ideen.

Kleine Alltagsabenteuer reichen aus: Eisbaden, Fußball spielen, Frauen ansprechen, sich betrinken, eine Fahrradtour, beim Deutschen Roten Kreuz helfen, zusammen kochen, auf eine Demo gehen, auf Arbeit ein großes Projekt gemeinsam wuppen, …

Freundschaft ist Leben

Abenteuer heißt: ein ungewöhnliches, spannendes oder prickelndes Erlebnis. Etwas, wo der Ausgang ungewiss ist. Dafür muss man oft aus der Komfortzone. Man erlebt etwas! Man lernt dazu. Und vor allem: Man erlebt sich gegenseitig. Als Menschen. Als Freunde. High Five!

Freundschaft lebt vom Erleben. Grosse Frundschaften brauchen grosse Abenteuer.

Kleine und große Abenteuer sind sauwichtig für eine gute Freundschaft. Ohne Abenteuer werden Freund­schaften schnell langweilig.

Das gilt auch für langjährige, gewachsene Freund­schaften. Lange Freundschaften basieren irgendwann vor allem auf dem Vertrauen und dem „über alles miteinander reden können“ [1]. Das ist megawichtig. Trotzdem sollten Abenteuer immer ein Bestandteil sein, damit die Freundschaft frisch bleibt, und nicht im Reden einschläft.

Als ich 2019 im Himalaya wandern war, traf ich auf eine Gruppe von 4 Männern. Wir sind zusammen über den Cho-La-Pass gestiegen, ein Pass auf unglaublichen 5.420 Metern Höhe. In der vorherigen Nacht war frisch der Schnee gefallen. Der Weg war schwer zu finden, weil die Erde gleichmäßig mit weißen Schnee bedeckt war, so auch der unmarkierte Trampelpfad. Ein Ver­laufen kann dort oben tödlich enden.

3 Personen sind auf einem schneebedeckten Gipfel.
Abenteuer in eisigen Höhen. Foto: Charlie Hammond @unsplash

Die Gruppe hatte Stärken und Schwächen. Der eine war etwas langsamer, aber beharrlich. Der andere hatte äußerst niedrige Blutsauerstoffwerte, aber fühlte sich fit. Die Männer kannten sich, und wussten, was sie den anderen zutrauen konnten. Sie sind seit 32 Jahren be­freundet. Sie kennen sich seit dem Studium. Jedes Jahr unternehmen sie eine Reise. Nur unter Männern. Das hält die Freundschaft frisch und lebendig. 2019 stiegen sie gemeinsam über den Cho-La-Pass. Gratulation!

Abenteuer ist relativ

Ich habe mit den vier Männern während des Aufstiegs etwas geplaudert, insbesondere mit Aron und Paul*. Was heißt geplaudert – die Luft war schon recht dünn dort oben. Es waren nur wenige Worte, und trotzdem eine interessante Unterhaltung.

Aron ist Berufsfallschirmspringer. Seine Firma bietet Tandemsprünge an. Er hat dabei einen unerfahrenen Sprunggast auf den Bauch gebunden und springt mit ihm ca. 4000 Meter in die Tiefe. Fast jeden Tag.

Vorherigen Herbst war Paul das erste Mal bei Aron auf dem Flugplatz. Er hatte sich bisher erfolgreich darum gedrückt. Beide empfinden Fallschirmspringen als unterschiedlich abenteuerlich.

Paul war vor seinem ersten Sprung wochenlang auf­geregt. Einen gewaltigen Adrenalinkick hatte er, als sich tatsächlich die Flugzeugtür öffnete und er in den freien Himmel starrte. Davon erzählt er bis heute.

2 Personen schweben jeweils mit einem Fallschirm hoch über der Erde.
Was ist dein Adrenalinlevel beim Fallschirmspringen? Foto: Kamil Pietrzak @unsplash

Aron schmunzelte. Er braucht morgens vor dem ersten Sprung genauso einen Kaffee zum wach werden, wie Millionen Büroangestellte auch. Paul muss nur an den Sprung denken, und ist hellwach.

Anders ist es heute, wenn Paul und Aron gemeinsam über den Cho-La-Pass gehen. Das haben die beiden noch nie gemacht. Es ist neu für sie. Monate vorher haben sie geplant und erkundet. Mit ihren zwei lang­jährigen Freunden wogen sie ab: Was schaffen wir körperlich? Kann ich mich wieder auf die anderen ver­lassen? Wo schlafen wir? Was bekommen wir zu essen? Was passiert, wenn einer nicht mehr kann? Es ist ein Abenteuer!

Ein Abenteuer ist nicht nur, wenn das Adrenalin mit Hochdruck durch die Adern schießt. Es kann auch ein Ausflug ins Grüne sein, ein Besuch im Museum oder ein nettes Kompliment zu jemandem am Nachbartisch.

Deine Abenteuerliste

Ich habe eine lange Liste von Abenteuern und Unter­nehmungen, die ich erleben möchte. Freunden und Bekannten erzähle ich ständig davon. Auf diese Weise finden wir heraus, was wir zusammen unternehmen. Ich liebe diese Momente, wenn mein Gegenüber sagt: Das wollte ich auch schon immer machen!

Natürlich haben auch meine Freunde und Bekannte ihre Liste. Mit Leichtigkeit finden wir das nächste Abenteuer. Immer schlägt jemand etwas vor.

Und deshalb frage ich dich:

  • Welche fünf Abenteuer – klein oder groß – möchtest Du dieses Jahr noch erleben?
  • Welche zehn Abenteuer sollten es unbedingt noch in Deinem Leben sein?

Gemeinsame Mission

Freundschaft lebt gut von vielen kleine täglichen und wöchentlichen Abenteuern. Der ultimative Kick für eine Freundschaft ist eine gemeinsame Mission [8]. Das können Freizeitaktivitäten, soziale Projekte oder große Vorhaben im Beruf sein:

  • Eine Wanderung über die Alpen im Sommer
  • Den lokalen Kindergarten beim Umbau helfen
  • Eine Prüfung gemeinsam bestehen
  • Gemeinsamer Hausbau
  • Remote-Arbeiten aus dem Ausland

Nicht nur, dass Ihr Euch für eine Zeit bewusst für ein Projekt aneinander bindet, sondern auch das gemein­same Planen, Vorausdenken, Ausprobieren, Scheitern und hoffentlich am Ende erfolgreich sein – das alles zahlt auf Eure Freundschaft ein.

Natürlich auch, dass Ihr Euch Jahre später mit Begeisterung von euren Abenteuer erzählt.

2 Personen stehen im Raumanzug vor einer Rakete.
Flug zum Mond. Foto: Mike Kiev @unsplash

* Alle Namen sind geändert, um die Privatsphäre der betreffenden Personen zu schützen. || Fußnoten [1]-[10] – Quellenangaben sind im letzten Artikel der Artikelserie angegeben.

Das war der zweite Teil der Artikelserie “Die 6 Zutaten einer großartigen Freundschaft”. Die folgenden Artikel werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.
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Viele Menschen lesen es, um ihre Freundschaften zu verbessern oder endlich die richtigen Freunde zu finden. Erzieher, Lehrer und Eltern wollen ihren Kindern helfen, gute Freundschaften zu schließen. Manche wollen ihre Eltern vor Alterseinsamkeit schützen.

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